Keine weiteren atomaren Neubauten, keine weiteren Castortransporte.

Keine weiteren atomaren Neubauten, keine weiteren Castortransporte.

Nicht nach Gorleben, nicht nach Biblis, Philippsburg und anderswo.

Die Bundes und Landesregierungen wollen bis Ostern den Verbleib der restlichen in La Hague und Sellafield gelagerten Castorbehälter klären und zeigen dabei nie zuvor gesehenen Aktionismus und staatstragendes Gehabe.
Von Verantwortung ist die Rede, von nationaler Verantwortung, von Glaubwürdigkeit und Pflichtbewußtsein.
Es sei ein wichtiger erster Schritt auf dem Weg zu einem konsensionalen Umgang mit dem Atommüll hin zu einem gemeinsamen Endlager, so soll uns suggeriert werden.
Aber es ist doch alles nur Schein, der uns blenden soll.
Wo ist denn die nationale Verantwortung, wenn es um das Verschieben von atomaren Lasten aus dem „Brennstoffkreislauf“ geht, wenn es um die Exporte aus der UAA Gronau oder der Brennelementefabrik in Lingen geht. Dort wird täglich der atomare Müllberg vergrößert, im internationalen Geschäft der beteiligten Konzerne, ganz ohne den moralischen Beistand der Politikergarde. Aber beim Atommüll aus abgebrannten Brennelementen deutscher AKWs, da sollen wir, die BürgerInnen, uns zur nationalen Verantwortung bekennen und den hochradioaktiven Müll zurücknehmen. Diese Politik ist verlogen und feige. Wer ernsthaft ein Ende der Atomkraft möchte und ernsthaft mit den atomaren Altlasten umgehen möchte, der muss zu erst jegliche weitere Atommüllproduktion unterbinden. Und zwar hier in Deutschland und im Ausland.

Wer einen Konsens in der Frage der Endlagerung erreichen will, der muss diese auf einer Debatte mit Bürgerbeteiligung auf höchster Transparenz gründen. Und nicht auf einer eingeengten Endlagerkommission mit vorgegebenen Ergebnissen. Das kostet Zeit, richtig, aber wir haben tausende von Jahren Zeit, uns den besten möglichen Weg im Umgang mit den atomaren Altlasten zu erarbeiten. Es wird keine grüne Wiesen geben, wo einst Atomanlagen standen, nicht in Tschernobyl, nicht in Fukushima und auch nicht in Biblis oder Neckarwestheim.

Der so genannte Rückbau der alten Meiler muss in der jetzigen Form gestoppt werden. Strahlung lässt sich nicht abschalten, das Zerlegen und Freimessen von atomaren Bauteilen führt lediglich zu einer breiteren Kontamination. In Wahrheit bietet es den Atom-Konzernen die einzige Möglichkeit, die Atommüllmenge soweit zu verringern, dass die als mögliche Endlagerstandorte angegebenen geologischen Formationen ausreichende Kapazität besitzen. Sollten nämlich tatsächlich alle strahlenden Teile der atomaren Anlagen in Endlager eingemottet werden, gäbe es dafür nirgends genug Platz.

Das zeigt das Dilemma, in dem die Politiker sich befinden, wenn sie schnelle Lösungen propagieren, sie vergrößern und verlagern das Problem. Den Preis für diesen schnellen Abbau tragen die zukünftigen Generationen, wenn aus Atommüll Straßenbaumaterial oder Küchenutensilien werden, in denen sich immer noch ionisierendes Material verbirgt. Es ist lediglich ein willkürlich festgelegter Grenzwert, der den Unterschied macht zwischen Strahlenmüll und Bratpfanne.

Zu guter Letzt wird uns AtomkraftgegnerInnen dann vorgeworfen, wir stehen Lösungen im Weg, wir verweigern uns einer Debatte oder wir blockieren konstruktive Prozesse. Denn irgendwo hin müsse er ja, der Atommüll.
Aber so einfach ist es nicht, gerade wir wollen sehr wohl an einer atomkraftfreien Zukunft mitgestalten, wir wollen offene Debatten an Schulen, an Universitäten, in Parlamenten, auf Bürgerforen, die die ganze Bandbreite der Entsorgungsproblematik thematisieren. Und über diese Debatten möchten wir die Menschen mitnehmen, tatsächlich die Verantwortung für ihre Generation, oder auch die ihrer Eltern zu tragen und einen Weg zu finden, wie wir und zukünftige Generationen mit den Altlasten umgehen können.

Bis dahin bleiben wir unserem Motto treu: Nichts rein, nichts raus, kein Castortransport, egal wohin. Das Atomerbe bleibt bis auf Weiteres wo es ist.

Kontakt:

Südwestdeutsche Anti-Atom-Initiativen
c/o Andreas Raschke
info@atomausstieg-sofort.de
www.atomausstieg-sofort.de

Mitmachen:

Kampagne Atomtransporte stoppen – Kein Castor nach Gorleben oder anderswo!
http://www.bi-luechow-dannenberg.de/?page_id=11192

Sonntag, den 09.03.2014, 13 Uhr Bahnhof Kircheim, Demonstration zum Fukushima Jahrestag zum AKW Neckarwestheim

http://neckarwestheim.antiatom.net/

Samstag, 22.03.2014. Demonstration Energiewende retten, Mainz/Wiesbaden

http://energiewende-demo.de/

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