16.02.: Castor „WAK Karlsruhe“ – Lubmin

Hochradioaktiver Atommüll rollt auf Straßenbahnschienen mitten durch die Stadt Karlsruhe

nullAus dem ehemaligen Kernforschungszentrum Karlsruhe in Eggenstein-Leopoldshafen – Campus Nord des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) – soll jetzt im Februar (voraussichtlich am 16.02.) ein hochgefährlicher Atommülltransport auf Straßenbahnschienen mitten durch die Wohngebiete der Stadt rollen. Die 5 CASTOR-Behälter enthalten mit 16 Kilogramm Plutonium und über 500 Kilogramm Uran das Potential von mehreren Atombomben. Tödliche radioaktive Strahlung noch für Jahrtausende.
Im Artikel Hintergründe zum Transport der “verglasten Atomsuppe” sowie der Artikel als Flyer/Kopiervorlage. Zur Choreografie des Protests in Karlsruhe folgen in Kürze ausführliche Informationen!

Hochradioaktiver Atommülltransport
Rollt auf Straßenbahnschienen mitten durch die Stadt Karlsruhe

Aus dem ehemaligen Kernforschungszentrum Karlsruhe in Eggenstein-Leopoldshafen – Cam-pus Nord des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) – soll jetzt im Februar (voraussichtlich am 16.02.) ein hochgefährlicher Atommülltransport auf Straßenbahnschienen mitten durch die Wohngebiete der Stadt rollen. Die 5 CASTOR-Behälter enthalten mit 16 Kilogramm Plutonium und über 500 Kilogramm Uran das Potential von mehreren Atombomben. Tödliche radioaktive Strahlung noch für Jahrtausende.

Woher stammt überhaupt dieser Atommüll?
Dazu ein kurzer Blick in die Geschichte des ehemaligen Kernforschungszentrums. Es wurde 1956 vom damaligen Bundesminister für Atomfragen, Franz-Josef Strauß, gegründet. Der einzige Zweck war und ist im Auftrag der Politik und vor allen Dingen der Atomindustrie einen wissenschaftlichen Deckmantel zur Vertuschung atomarer Gefahren abzugeben. Gleichzeitig der Erfüllungshilfe der Atomindustrie zu sein. Mit öffentlichen Geldern wurde und wird dort immer im Voraus im „kleinen“ getestet und gebaut, was später im atomaren industriellen Bereich eingesetzt werden soll.

• Dies belegt die gesamte Geschichte des Kernforschungszentrums. Bereits im April 1960 wurde die Projektgruppe „Schneller Brüter“ gegründet. 1961 erfolgte die erste Inbetriebnahme eines sog. For-schungsreaktors, sprich eines Atomkraftwerkes im Kleinformat.

• Das Kernforschungszentrum war bei allen zentralen Projekten der Atomindustrie vorneweg mit da-bei. Auch bei der Errichtung einer sog. „Wiederaufbereitungsanlage (WAA) für Versuchszwecke“ auf dem Gelände des Kernforschungszentrums im Jahre 1971. Die in Bayern geplante deutsche „Wiederaufarbeitungsanlage“, besser Plutoniumfabrik genannt, scheiterte in den 80er Jahren am Widerstand der Anti-AKW-Bewegung. Diese Anlage in Karlsruhe produzierte eine hochgiftige und hochradioaktive. Atomsuppe, die fortwährend umgerührt werden musste, damit sie nicht explodierte. Die atomaren Brennstäbe dazu stammten aus den Atomkraftwerken in Neckarwestheim und Philippsburg.

• Die Kosten für die Verglasung des hochradioaktiven Abfalls in Kokillen lagen ursprünglich bei 1,1 Milliarden Euro. Die Hälfte davon sollte die Industrie zahlen, der Rest wiederum aus Steuergeldern kommen. Inzwischen kostet alles mindestens 3 Milliarden, die Mehrkosten zahlt allein der Steuer-ahler. Soweit zum Thema billiger Atomstrom.

• Es gab zahlreiche Skandale im Zusammenhang mit dem Bau der Verglasungsanlage durch radio-ktive Verstrahlungen und dem Diebstahl von Plutonium. Kritik an der Kostenexplosion und Zweifel an der Zuverlässigkeit der Betreiber. Deshalb wurde die atomare Wiederaufbereitungsanlage zum 1. Januar 2006 von der bundeseigenen Firma Energiewerke Nord übernommen. In das ursprünglich nur für atomare Abfälle der ehemaligen DDR geplante Zwischenlager in Greifswald/Lubmin soll nun der Atommüll verschoben werden.

• Das Kernforschungszentrum war federführend an der Atommüllverschiebung in die ASSE beteiligt. Dort wurden 127.080 Fässer mit Atommüll falsch deklariert und auch illegal eingelagert. Die meisten davon stammen aus dem Kernforschungszentrum Karlsruhe. Selbst als bereits täglich 12000 Liter radioaktive Lauge abgepumpt werden musste, wurde von den Verantwortlichen noch alles geleugnet. Die vorläufige Sanierung der ASSE wird bis jetzt mindestens 2,5 Milliarden Euro Steuergelder kosten.


[ Flyer als *.pdf ]

Atommüll und keine Ende?

Keine Laufzeitverlängerungen
Atomkraftwerke stilllegen!

Die offizielle Version der schwarz-gelben Bundesregierung lautet: wir haben eine Energiewende eingeleitet. Tatsächlich ist jedoch genau das Gegenteil erfolgt. Die Erneuerbaren werden ausgebremst. Die Atomkraftwerke sollen bis zum Sankt Nimmerleinstag weiterlaufen. Es gibt kein Ab-schaltdatum sondern fest garantierte Strommengen, die weit über die offiziellen 14 Jahre Laufzeitverlängerung hinausgehen. Diese können von AKW zu AKW übertragen werden. Alleinige Milliarden-Gewinner sind die vier Energiekonzerne EnBW, RWE, Vattenfall und EON. Zusätzlich nutzen sie gerade wieder ihre Monopolstellung für kräftige Strompreiserhöhungen.

Verhindert wird mit dieser Knebel-Vereinbarung die mögliche sofortige Energiewende. Alles geht zu Lasten der AKW-Sicherheit und der ungeklärten Atommüllfrage. Der radioaktive Abfall wird noch einmal verdreifacht.

Was sind die Kernpunkte der Regelungen, sprich Zusagen an die AKW-Betreiber?

• Laufzeitverlängerungen durch die Garantie von Atomstrommengen für jedes AKW, jahrzehntelanger Weiterbetrieb ist fest vereinbart
• zugesagte Strommengen können übertragen werden, keine Abschalttermine
• Brennelementesteuer von jährlich 2,3 Mrd. Euro unter dem Vorbehalt der vollen steuerlichen Absetzbarkeit (von 2011 – 2016 geplant)
• Lächerliche 200 Millionen ab 2013 als „Förderbeiträge“, (300 Millionen in 2011+2012) eben-falls unter steuerlichem Vorbehalt der Betreiber, werden ansonsten reduziert
• Atomkonzerne kaufen sich für alle Zeiten von sämtlichen Endlagerkosten für den hochradioaktiven Atommüll durch die Knebel-Vereinbarung frei
• Sicherheitsrelevante Nachrüstkosten werden auf 500 Millionen Euro für jedes AKW beschränkt, sonst ebenfalls Reduzierung der Zahlungen

In diesem Geheimvertrag wird sogar der Klageweg gegen die Brennelementesteuer für die Atomkonzerne offen gehalten. Durch die zugesagten Strommengen können sie mindestens 100 – 140 Milliarden Euro zusätzlich verdienen. Nur einen Bruchteil davon sollen sie abgeben, dies immer steuerlich absetzbar. Selbst in der CDU regt sich zarter Widerspruch zum Knebelvertrag. Aber Kanzlerin Merkel verkündet die revolutionäre Energiewende und die Atom-Bosse jammern gemeinsam öffentlich über die angeblich hohen Belastungen und lachen sich dabei ins Fäustchen über ihren Sieg. Diese Laufzeitverängerungen würden die Menge des hochradioaktiven Atommülls noch einmal verdreifachen. So nicht!

Wir rufen dazu auf gegen die Atommüllverschiebung von Karlsruhe nach Lubmin am Transporttag (16.02.11) entlang den Straßenbahnschienen in Karlsruhe zu demonstrieren. Aktionen entlang der gesamten Transportstrecke durchzuführen. Wir wollen keine weitere Atommüllproduktion mehr. Wir akzeptieren keine Laufzeitverlängerungen. Wir wollen den

Atomausstieg sofort! – die Energiewende jetzt!

- Flyer: Hochradioaktiver Atommülltransport rollt mitten durch die Stadt

2 Responses to “16.02.: Castor „WAK Karlsruhe“ – Lubmin”


  • Wir sollten dafür sorgen, dass der Müll das Forschungszentrum nie verlässt, sollen sie ihre Suppe doch selbst auslöffeln.
    Verursacherprinzip!

    Grüße aus Karsruhe

  • Ich muss sagen Randy, dein Kommentar zeugt von geistiger leere… aber das wundert mich nicht.. die Millionen von Steuergeldern die ihr mit euren schwachsinnigen wirkungslosen Blockaden verplempert, wären im Bildungswesen wesentlich besser aufgehoben gewesen.

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