Über 1000 AtomkraftgegnerInnen erzwingen mit Gleisbesetzung in Berg die Umleitung des CASTOR-Zuges

Genau 1276 Menschen gelang es in Berg/Rheinland-Pfalz gemeinsam die Polizeiabsperrungen zu überwinden und die Gleise zu besetzen. Damit konnten sie die Weiterfahrt des Castor Transportes von La Hague nach Gorleben für zwei Stunden blockieren.

Den Versuch, die Blockade zu räumen, gab die Polizei nach kurzer Zeit auf. Die geschätzte Dauer von 4 bis 6 Stunden, die für eine Räumung in dieser Größenordnung zu veranschlagen ist, zwang die Polizei zu einer Alternativplanung. Die bereits wartenden 4 Loks und die Personenwagen, die in Wörth normalerweise an die Castorbehälter angekoppelt werden, wurden nach Kehl in Baden-Württemberg umgeleitet. Dort wurde am späten Nachmittag der Castorzug für die Weiterfahrt zusammengestellt.

Auf beiden Seiten sind keine Verletzten zu beklagen. Es gab insgesamt nur wenige vorübergehende Ingewahrsamnahmen. Dies ist der besonnenen Haltung und der Entschlossenheit aller Teilnehmenden sowie der guten Vorbereitung der Aktion zu verdanken, betonen die SprecherInnen der Aktion.

„Nach den Blockaden und Aktionen in Frankreich haben wir damit ein deutliches Zeichen gesetzt, welches sicher nicht nur im Wendland für Freudentänze gesorgt hat.“ In Berlin wird man die Ereignisse dieses Wochenendes zur Kenntnis nehmen müssen, zeigt es doch, dass die Menschen in diesem Land fest entschlossen sind, dem schwarz-gelben Atomspuk ein Ende zu bereiten.

Dies war nur der Anfang. Es wird sicher noch etliche Versuche geben den Castortransport auf seinem weiteren Weg zu behindern. Die südwestdeutschen Anti-Atom-Initiativen wünschen allen geplanten Aktionen ein gutes Gelingen. „Wer von uns kann, wird noch auf dem Weg ins Wendland weitere Aktionen wie Brückenbesetzungen, Castor Schottern oder Schienen- und Strassenblockaden unterstützen“, sagt Andreas Raschke aus dem Pressebüro der Initiativen.

“Zum ersten Mal in der Geschichte der Atommülltransporte musste der CASTOR-Zug aufgrund einer solchen Protestaktion seine Fahrtroute ändern. Wir sehen dies als großen Erfolg unserer Proteste an”.

Auch in Frankreich hatte es Protestaktionen gegeben. Bei Caen hielt eine Blockadeaktion den Atommüllzug für etwa vier Stunden auf; in der Nähe von Lauterbourg hatten sich Greenpeace-AktivistInnen an die Gleise gekettet. Ein weiterer Baustein des Erfolges der Anti-Atom-Bewegung ist die internationale Vernetzung der Bewegung. Ob gegen den Neubau eines AKW in Finnland, gegen die Atommülllagerung in Russland, oder gegen geplante Atommüllendlager in Gorleben oder Bure: die Initiativen sind grenzübergreifend in der Lage mit Aktionen gegen den unverantwortlichen Weiterbetrieb von Atomanlagen in aller Welt zu demonstrieren.

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Rückfragen richten Sie bitte an das

Presseteam der Südwestdeutschen Anti-Atom-Initiativen

Andreas Raschke, Holger Hildebrand, Eric Tschoep

Tel.: 0175/2888422

Email: presse@castor-suedblockade.de

http://www.atomaustieg-sofort.de/

3 Responses to “Über 1000 AtomkraftgegnerInnen erzwingen mit Gleisbesetzung in Berg die Umleitung des CASTOR-Zuges”


  • Mal ehrlich, mit euren Sitzblockaden und anderen Protestformen erreicht ihr doch genau gar nichts. Es werden nur höhere Polizeikosten verursacht, die dann schlussendlich wieder der Steuerzahler trägt, damit schneidet ihr euch auch noch ins eigene Fleisch. Geht den ordentlichen politischen Weg, wie es die Verfassung vorsieht. Staatliche Mehrausgaben für eure eigenen individuellen Ziele zu verursachen ist m.E. höchst asozial.
    Des weiteren haben solche Proteste immer einen grossen Event-Charakter. Wenn man sich die Bilder der Protestierenden so anschaut, sieht man sehr viele “Linksradikale”, die sich höchstwahrscheinlich wenig mit den Zielen von Atomkraftgegnern identifizieren, sondern einfach “mal wieder demonstrieren” wollen und den mehrheitlich den Zusammenstoss mit der Polizei suchen.
    Meines Erachtens alles höchst fragwürdig und den Zielen von Atomkraftgegnern eher abträglich, da nur Unmut in der Bevölkerung ausgelöst wird!
    mfg aus der Schweiz

  • Vor ein paar Tagen habe ich hier einen kritischen Kommentar gepostet. Komischerweise wurde er von den Moderatoren bislang nicht freigeschaltet (und wird er wohl auch nicht, obwohl er weder ehrverletzend, beleidigend oder sonstwie anstössig wäre). Kritikfähigkeit ist nun mal nicht jedermanns Sache! Komisch nur, dass auch Atomkraftgegner ihren Opponenten gerade diese (und q.e.d. auch eigene) Schwäche entgegenhalten.
    mfg Gast

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